Reisebericht März 2026

Am 5. März reisten wir mit schwerem Gepäck und hoch motiviert in unsere zweite Heimat Kenia.

Eine Woche später folgten uns sechs weitere Mitglieder/Unterstützer von Washa Taa, um gemeinsam mit uns Lichter anzuzünden. Darunter war auch unsere große Helferin für die Bewältigung aller finanzieller Abrechnungen und sonstiger bürokratischen Herausforderungen Birgit Kleindienst mit ihrem Mann Olaf. Conny und Sirko brachten neben großem Interesse auch 500e, gespendet von den Mitarbeitern des Autohauses Hübner, mit. Jane und Holger, die ebenfalls zu unseren guten Freunden und Sponsoren zählen, waren ebenfalls mit vor Ort.

Unsere Hilfsgruppe vor Ort, Ramona, Andrea und Fritz kamen zum unterstützen dazu!

Besonders schön war auch, dass wir zwei junge Frauen als Volontärinnen vermitteln konnten. Greta Neumann (23) brachte sich als angehende Ärztin in unseren Kliniken ein. Julia Männel (29) war in der „Shine Yetu Schule“, an der zahlreiche Patenkinder lernen, in ihrem Beruf als Lehrerin tätig. Beide wohnten gut behütet von unserem Doc in der oberen Etage des “Bakari Medical Centre“. Sie unterstützen jetzt Patenkinder und halfen mit, die größte Not zu lindern, kauften z.B. mit unserer Sozialarbeiterin Elizabeth Matratzen und Lebensmittel für sehr arme Familien ein.

Wir selbst konnten vor Ort sehr wichtige Dinge begleiten:

1. Medizinische Hilfe im „Washa Taa Medical Centre“ bei Dr. Wafula

Hier mussten wir feststellen, dass wir auf Grund der zahlreichen Patienten das monatliche Arzneimittelbudget aufstocken müssen, was wir umgehend veranlasst haben.

Besuch bei Dr. Wafula

2. „Medical Clinic Dr. Bakari“

Es wurden für die 500e vom Autohaus Hübner sofort zahlreiche wichtige Medikamente sowie Extraportionen Lebensmittel für unterernährte Kinder im Rahmen der Mütterberatung gekauft.

Dr. Bakari in unserer 1. Klinik

3. Tailoring School

Wir alle konnten zur feierlichen Zeugnisübergabe nach der anspruchsvollen Abschlussprüfung dabei sein. 21 junge Frauen konnten nach zwei Jahren fleißigen Lernens in Theorie und Praxis ihr Zeugnis in der Hand halten, welches sie befähigt, von nun an selbständig arbeiten zu dürfen. 12 der Mädchen legten ihre Prüfung mit dem Prädikat „ausgezeichnet“ ab. Nähmaschinen und Zubehör sowie die Grundausstattung mit Stoffen erhielten die Mädchen unmittelbar nach unserer Abreise. So konnten wir wiederum 21 Familien Hilfe zur Selbsthilfe geben und 21 junge Frauen, welche auf der Warteliste stehen, können nun nachrücken. Sie üben zunächst einmal das Nähen an Abfallstoffen und Verpackungsresten, um Geld für teure Stoffe zu sparen. Eine zweite Nählehrerin musste eingestellt werden, ansonsten wäre der Unterricht für die 65 Mädchen in zwei Schichten für die Leiterin der Nähschule Madame Mwanakombo zu schwierig geworden.

4. Patenkinder

Wir konnten die Zahl der Patenkinder auf 86 erhöhen. Somit bekommen 86 Familien regelmäßig Hilfe durch monatliche Versorgung mit Lebensmitteln und Beseitigung prekärer Lebenssituationen. So werden beispielsweise Dachreparaturen vor Beginn der Regenzeit, Anschaffung von Matratzen und Kochutensilien ermöglicht. Wir haben alle neuen Patenkinder, die seit unserer letzten Reise im November 2025 hinzukamen, persönlich besucht. Was wir sehen, übersteigt IMMER das Vorstellungsvermögen von Armut. Sozialreport im Vorfeld der Besuche vermittelt uns das Wissen, Besuche vor Ort berühren uns emotional. Während und nach unserer Reise im März haben wir weitere neue Patenkinder aufnehmen können. Auch diese Familien werden wir beim nächsten Keniaaufenthalt besuchen. Ohne unsere kompetente Sozialarbeiterin Elizabeth Kamene wäre die Betreuung der Kinder und Familien für uns nicht zu stemmen.

Besuch bei den neuen Patenkindern

5. Werkstatt Ruben Otieno

Hier funktioniert Hilfe zur Selbsthilfe seit Jahren sehr gut, da wir für die Werkstatt lediglich die Gebühren für die Lehrlinge bezahlen müssen. Der Werkstattleiter muss leider immer wieder ermahnt werden, die Ausbildung nach einem ordentlichen Plan zu gestalten, damit die jungen Männer die Abschlussprüfung als Schweißer und Mechaniker auch absolvieren können. Ansonsten springen sie vor Ausbildungsende immer wieder ab. Hier und an anderen Stellen zeigen sich oftmals die „Mühen der Ebene“ und die Notwendigkeit, mehrmals im Jahr vor Ort sein zu müssen.

Bei Ruben gibt es noch viel zu tun

6. Tischlerei

Hier bemühen wir uns immer noch um die Anerkennung als Washa Taa Projekt in Kenia. Bürokratische Hürden gilt es auch hier zu überwinden…

Tischlerei


Nach Abschluss unserer Projektarbeit ließen wir es uns gemeinsam mit unseren Freunden auch gut gehen. Wir haben eine wunderbare Safari in der Nähe des Mount Kenia erlebt. Auf dem Weg zurück an den wunderschönen Diani Beach legten wir im Nairobi Nationalpark einen Zwischenstopp mit Übernachtung ein. Der Besuch des „Karen Blixen Museum“ in Nairobi (ein Muss für eingefleischte Afrikafans – Jenseits von Afrika lässt grüßen) war ebenso beeindruckend wie die abenteuerliche Zugfahrt von Nairobi nach Mombasa. Zurück in Ukunda blieb nicht mehr viel Zeit bis zur Abreise. Eine Bootsfahrt im Einbaum mit unserem Bootsführer Ali Rama (der auch schwimmen kann!) rundete unseren „Arbeitsurlaub“ ab. Verabschiedungsbesuche und ein gemeinsames Essen mit unseren kenianischen Vertretern von Washa Taa bildeten den Abschluss einer wunderbaren, erfolgreichen Reise mit lieben, empathischen Gefährten.

Last but not least: Zum Glück hatte ich zahlreiche Exemplare meines kürzlich erschienenen Buches „Ostafrikanische Eindrücke – 25 Geschichten aus 25 Jahren“ im Gepäck. Ich konnte alle Exemplare vor Ort an interessierte Afrikaliebhaber veräußern und bin jetzt noch damit beschäftigt, die in Kenia vergriffenen Bücher meinen Bekannten nach Hause zu senden. Darüber freue ich mich sehr, denn nun habe ich bereits einen Großteil der Erstauflage verkauft.

Ostafrikanische Eindrücke

Das Buch kann bei mir persönlich bestellt werden.


Dr. Steffi und Dr. Jürgen Löffler